Author Archives: Joachim Skura

About Joachim Skura

15 Jahre Erfahrung in HR Consulting im Recruiting, Talent Management, Management Audit in der IT und Telco Industrie. Linienerfahrung als HR Manager im Recruiting. Seit 2013 Strategy Director und Thought Leader HCM Cloud Solutions bei Oracle.

Warum in die Ferne schweifen, sieh VR macht es so nah

Lernen ist ein Segen – es sollte sich nicht wie eine Pflichtaufgabe anfühlen und keinesfalls langweilig sein

Lebenslanges Lernen ist für Mitarbeiter und Unternehmen heute enorm wichtig. Es ist die Voraussetzung für die persönliche Entwicklung und den langfristigen Unternehmenserfolg. Wir leben in Zeiten der „Knowledge Economy“!
Angestellte wünschen sich heute mehr als „nur“ einen sicheren Arbeitsplatz und ein gutes Gehalt. Unternehmenskultur spielt eine entscheidende Rolle dafür, wie attraktiv ein Arbeitgeber ist. Dabei geht es darum, jeden Einzelnen aktiv einzubinden. Klar ist, dass Mitarbeiter motivierter und engagierter sind, wenn sie in Ihrer Karriere weiter kommen und sich persönlich entwickeln können. Dies ist umso wichtiger, da Wissen und das Lernen neuer Skills die berufliche Existenz sichern.

 

Trainings müssen neu gedacht werden

Viele Unternehmen hinken in puncto individuelle Trainings hinterher, obwohl der Wunsch hiernach bei den Mitarbeiternfest verankert ist. Vor allem auf den unteren Hierarchieebenen gibt es Nachholbedarf. Die Oracle-Studie „From Theory to Action“ zeigt, dass lediglich 25 Prozent der Nicht-Führungskräfteder Meinung sind, ihre Weiterbildungs- und Schulungsmaßnahmen stünden in Zusammenhang mit ihrem persönlichen Entwicklungsplan – umgekehrt sagen dies so mehr als 60 Prozent bei den Führungskräften und Geschäftsführern.

Trainings dürfen kein technokratischer Prozess sein. Alle Mitarbeiter zu einer Marathon-Weiterbildungsveranstaltung in einem Raum zusammenzutrommeln – selbst wenn dies in bester Absicht geschieht – wird kaum einen nachhaltigen Eindruckhinterlassen. Lernen sollte heute vielmehr ein kontinuierlicher Prozess sein. Unmittelbarer Zugang zu relevanten Informationen, Video Content und individuell zugeschnittene Inhalte sind Grundvoraussetzung.

 

School is out forever?!

Früher waren wir gezwungen bestimmte Kurse/Stunden zu besuchen. Entsprechend groß war oft der Unmut und Widerwille. Arbeit ist jedoch nicht gleich Schule. Sobald jemand im Job ist, ist er oder sie nicht mehr dazu gezwungen, sich weiterzubilden. Die Motivation dazu folgt einem inneren Antrieb. Mitarbeiterschätzen Möglichkeiten des Lernens sehr, solange sie für sie persönlich relevant sind. Ein „Weiterbildungsangebot“, dass ich wie 1980 anfühlt, ist einfach nicht mehr zeitgemäß.

Wir sind eine bedarfsorientierte Generation. Deshalb wurde YouTube zum ultimativen Weiterbildungstool, da es eine Sammlung unzähliger How-to-Videos bietet. Ich habe mir vor Kurzem einen neuen Koffer mit einem Schließmechanismusgekauft, den ich zuvor noch nie gesehen hatte. Nachdem er sich durch Fluchen offensichtlich nicht öffnen ließ, stieß ich bei einerschnellen YouTube-Suche auf 2-3 nützliche Videos! Klick! Der Koffer war auf und ich konnte zu meiner nächsten Reiseaufbrechen.

Gelerntes vertieft man am besten, wenn man es auf ein bestimmtes Problem anwendet und durch Wiederholung, Wiederholung,Wiederholung, Wiederholung – statt nur Notizenin einem Unterrichtsraum zu machen. Dies gilt für alle Lebensbereiche.

HR muss nun dafür sorgen, dass entsprechende Schulungsmöglichkeitenangeboten werden – mit Video, unendlicher Repetition, Individualität sowie raum- und zeitunabhängig von jedem Mobile Device. Einige Fortschritte in diese Richtungwurden bereits erzielt. Allerding sagen nur 39 Prozent der Mitarbeiterauf  Nicht-Führungsebene, dass in ihrem Unternehmen Online-Tools eingesetzt werden.

 

Warum in die Ferne schweifen, sieh VR macht es so nah

Arbeit ist nicht länger ein Ort. Social Media Tools unterstützen Projektarbeit die zunehmend ortsunabhängig stattfindet. Videosverbessern die „Lernerfahrung/Lernempfindung/Leichtigkeitdes Lernens“ und damit die persönliche Entwicklung. Wir fangen jedoch gerade erst an, die Vorteile neuer, digitaler Technologien zu nutzen. Noch scheinen Tools wie Virtual Reality(VR) wenig mit Trainings und HR zu tun zu haben. Siebergen jedoch diesbezüglich meiner Meinung nach ein fast unendliches Potenzial.

Davon überzeugt hat mich mein erster richtiger Kontakt mit VR. Ich war beeindruckt, wie intensiv und echt es sich anfühlte. Kurzum, es wirkt auf „Hirn“ und „Bauch“. Eine unschlagbare Kombination, wenn es um Lernen geht. Begeisterung, Spaß, Freude, Euphorie – all das darf Lernen sein. Adieu Tristesse des Klassenzimmers!

VR wird zurzeit sogar eingesetzt, um Menschen bei der Überwindung ihrer Höhenangst zu helfen. Benutzer werden schrittweise zunehmenden Höhen ausgesetzt, während sie sich in der Sicherheit ihres VR-Headsets befinden. So gewöhnen sich die Sinne daran, wie sich große Höhen anfühlen, und die Betroffenen können sich ohne Gefahr ihren Ängsten stellen und letztendlichin der Realität überwinden – How cool and impactfulis that!

Was ist mit Sprechen vor Publikum? Das kann für viele Leutemit lähmender Angst verbunden sein, ist jedoch eine wichtigeKompetenz in Führungspositionen. Wer weiß, um wieviel schneller Mitarbeiter sich daran gewöhnen würden, voreinem Publikum zu sprechen, wenn sie in einer Umgebung üben könnten, die sich fast so einschüchternd und eindrucksvoll wie ein echtes Publikum anfühlt? Zweifellos schneller als mit „versiebten“ Probeläufen in der Realität oder mit Üben vor dem Spiegel.

Oder was ist mit dem Lernen von Sprachen? Die meisten Leute sind sich einig, dass man neue Sprachen am besten erlernt, indem man in die Kultur eintaucht und mit den Menschen vor Ort interagiert. Dies ist jedoch selten realisierbar. Mit einemVR-Headset könnten Mitarbeiter im Sprachkurs mit (virtuellen )Muttersprachlern sprechen, ohne die Wohnung, den Schreibtisch oder das Sofa zu verlassen. Stellen Sie sich vor: Statt Portugiesisch in einem öden Unterrichtsraum zu erlernen, könnten Sie mit Ihrem virtuellen Freund João im gemütlichen Café „O Brasileiro“ in Lissabon sitzen.

 

Die Demokratisierung von Information

Unabhängig davon, ob sie die neuesten Technologien oder herkömmliche Methoden einsetzen – Unternehmen müssen erkennen, dass Weiterbildungen und Schulungen noch nie wichtiger für die Motivation und das Engagement der Mitarbeiter gewesen sind wie heute. Entscheidend ist, dass Weiterbildungsmöglichkeiten relevant und zugänglich sind. Durch neue Technologien wie cloudbasierte Tools und Virtual Reality gestaltet sich die Umsetzung dieses demokratischen Konzepts einfacher als jemals zuvor.