Author Archives: Thomas Eggert

Personalarbeit: Erst die Pflicht – dann die Kür!

Ach, was wird zur Zeit alles über Personalarbeit berichtet und geschrieben. Da vergraulen Personaler scheinbar Bewerber, da sind Personaler nicht in der Lage, die Digitalisierung zu unterstützen, da können Personaler nicht einmal Unternehmensstrukturen verändern. Doch ist das Bild des Personalers wirklich so schlecht?

ZiP_Logo_cmykIch durfte in den letzten Tagen beim SAP Personalforum im Rahmen der Zukunftsinitiative Personal teilnehmen. Dabei hatte ich auch die Gelegenheit, mir den ein oder anderen Vortrag anzuhören. Und natürlich interessierte mich der Vortrag eines Geschäftsführers, der Personalarbeit ohne HR-Abteilung betreibt. Alles sehr spannend und sicherlich nachdenkenswert, wenn Teams ihre eigenen Gehälter festlegen und das Recruiting für Ihre Kollegen komplett selbst machen (von der Stellenbeschreibung über die Ausschreibung bis hin zu den Einstellungsgesprächen und Gehaltsverhandlungen. Aber die Aussage „und die Themen, die keiner machen will, also Arbeitsverträge schreiben oder Gehaltsabrechnung, die haben wir an einer zentralen Stelle zusammengefasst“ war bezeichnend – ist das nicht auch HR-Geschäft? Für ihn scheinbar nicht!

HSA_7406Szenenwechsel: Letzten Freitag moderierte ich im Rahmen der Zukunftsinitiative Personal bei der Veranstaltung „Management meets Students“ ein World-Cafe. Wir waren zu Gast beim HRCC der Hochschule Pforzheim und diskutierten mit 80 Studentinnen und Studenten aus dem Fachbereich Personal die „Arbeitswelt der Zukunft“. Neben den beiden Themen „Arbeitswelt“ und „Wertbeitrag HR“ ging es bei meinem World-Cafe um das Thema „Unternehmenskultur“. Dies war bereits die zweite Veranstaltung nach der Universität Saarbrücken vor einigen Wochen. Und wieder erlebten wir bei den Präsentationen vor allem zum Thema “Wertbeitrag-HR“ sehr stark diese „soften“ Themen, wie Recruiting, Personalmarketing oder Feelgood-Management. Bei den späteren Diskussionen wurde dann allen klar, dass andere Themen bei den Studenten sicherlich auch eine Rolle spielen und Ihnen bewusst ist, dass HR-Arbeit auch aus anderen Aufgaben besteht – nur sind scheinbar die „soften“ Themen wesentlich präsenter.

Szenenwechsel: Auch unsere Medien werden klar von Themen rund um Employer Branding, Personalmarketing etc. dominiert. Geben sie mal bei Google die Suchbegriffe Personalentwicklung und Personalprozesse ein: Das Verhältnis ist 3.090.000 zu 70.300 – welche Überraschung! Und auch wenn man regelmäßig die Fachzeitschriften, Buchveröffentlichungen etc. sieht, dann handeln gefühlte 80% der Artikel und Bücher von diesen Themen.

Blau_HR_BloggerSzenenwechsel: Ich habe vor einigen Monaten eine Web-Seite HR-Blogger.de gestartet, in der ich deutschsprachige HR-Blogs aufliste, Ebenso haben wir eine App dazu entwickelt, in der man HR-Blogs mobil lesen kann. Nun können Sie zwei maL raten, welche Themen hier im Vordergrund stehen!

Szenenwechsel: Jetzt geht ja wieder die Saison der Personalmessen los. Auch hier gibt es in den Hallen eine Trennung nach zum Beispiel Software, Dienstleistung und Recruiting, Personalentwicklung. Gehen Sie mal durch die Hallen und nehmen Sie bewusst die Stimmung dort auf. Während an den Ständen der Jobmessen kaum Platz zum atmen ist, muss man bei den Dienstleistern aufpassen, dass man nicht vor Einsamkeit stirbt. Und auch die Themen in den Foren handeln von „Recruiting out of the Box“ oder „Wertschätzung im Führungsalltag“ und haben Sie schon mal einen Keynote-Speaker erlebt, der sich mit Themen aus der Personaladministration beschäftigt hat?

Doch woran liegt das? Warum wird Personalarbeit so einseitig dargestellt? Sind Themen wie Personalabbau, Arbeitsrecht, Betriebsratsarbeit etc. so „schlimm“, dass man nicht darüber sprechen darf? Interessieren diese Themen niemanden? Nun, das wäre aus meiner Sicht absolut fatal, denn wenn diese Basis nicht funktioniert, kann dies für Unternehmen auch ein erhebliches Risiko bedeuten. Falsche Arbeitsverträge können viel Geld kosten, eine falsche und eine unregelmäßige Gehaltsabrechnung birgt einen Imageschaden für das Unternehmen in sich. Oder laufen gerade diese Themen in den Unternehmen bereits so professionell und fehlerfrei ab, dass man gar nicht mehr darüber sprechen muss?

Das glaube ich nicht, vor allem im Hinblick auf das Thema Digitalisierung. Die meisten, vor allem mittelständischen Unternehmen, leben immer noch sehr stark in „alten“ Prozessen – kompliziert, papierbehaftet, wenig IT-gestützt. Dabei ist es wichtig, erst einmal die „Pflicht“ sauber zu erledigen, eine excellente, fehlerfreie und effiziente Dienstleistung abzuliefern und sich dann um die „Kür“  zu kümmern. Denn nur wenn das stimmt, kann sich Personal auch selbstbewusst aufstellen und andere Themenbereiche einfordern. Oder was glauben Sie, warum HR so einseitig dargestellt wird?


Die oben beschriebene App gibt es zum kostenfreien download für IOS und Android:

Get it on Google Play
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Und wer seinen Blog in der App noch vermisst und aufgenommen werden will, soll sich einfach hier anmelden oder mir eine mail schreiben.

Ein Hoch auf die Personalarbeit

pro contraEs gibt vermutlich in Deutschland keinen anderen Bereich, über dessen Sinnhaftigkeit so viel diskutiert wird, wie über den Personalbereich (neudeutsch HR). Da wird von einer aussterbenden Spezies gesprochen, da heißt es “Kill HR” oder das Mitarbeiter “trotz des Personalers” für Unternehmen gewonnen werden. Laut Studien werden Personaler von Ihren CEO’s nicht akzeptiert und sind kein strategischer Partner für die Unternehmensleitung. Nun, jeder, der ab und zu meinen Blog liest, weiß das ich nicht viel von Studien halte. Vor allem, da diese häufig nur in Großunternehmen durchgeführt werden oder auch oft so interpretiert werden, wie es dem Auftraggeber gerade am liebsten ist. Und wenn man sich auf den verschiedensten Foren umschaut, dann lästern in der Regel nur Berater über den Personaler, die selbst oft noch nie in einer Personalfunktion tätig waren aber genau wissen, wie es geht. Das ist ungefähr genau so, wie wenn ein Bäcker einem Zahnarzt erklärt, wie er einen Zahn behandeln muss (oder auch umgekehrt – der Zahnarzt dem Bäcker erklären muss, wie man Brot bäckt). Ich habe komischerweise so gut wie nie einen Personaler in einem solchen Forum erlebt, der

  • entweder aktiv mit diskutiert oder
  • auch mal den “Berufsstand” des Personalers verteidigt

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Frech, faul, fordernd – die Generation Y

Nachdem ich letztes Jahr im Rahmen der Zukunftsinitiative Personal bei den Podiumsdiskussionen auf den Personalmessen teilnehmen durfte, bekam ich nun eine Einladung vom mdr zur Sendung „Fakt ist …!„. Thema war natürlich wieder die Generation Y.

Hier das Video zur Sendung …

Quo Vadis – Personalwesen: Was heute schief läuft und morgen anders sein sollte.

Stefan Nette hat auf seinem Blog „aussYcht: Gen Y, HR und die Zukunft der Arbeit“ eine interessante Interviewreihe gestartet. Auch ich durfte dabei sein – hier ein Teil meiner Antworten auf seine Fragen zur Zukunft der Personalarbeit. Das gesamte Interview ist hier zu finden:

Quo Vadis – Personalwesen: Was heute schief läuft und morgen anders sein sollte.

Die Diskussion ist im vollen Gange und es ist nicht von der Hand zu weisen, dass HR, also das Personalwesen in deutschen Unternehmen derzeit maßgebliche Probleme hat. Nicht überall aber dennoch auffällig, denn mittlerweile ist die Diskussion sogar in den Massenmedien angekommen. Grund genug die Experten zu Wort kommen zu lassen, denn hier werden sich sicherlich viele Interessante Sichtweisen offenbaren und am Ende könnte so ein differenziertes Bild entstehen. Vielleicht ein interessante Sammlung für jeden Personaler, der es zukünftig besser machen und auch wieder bei Unternehmensentscheidungen mitreden will. Continue reading

Fokus HR-Zukunft: Ab morgen geht die Zukunft los, Talente umwerben, aber Administration nicht vergessen + miteinander reden!

Ab morgen geht die Zukunft los!

Nun ist es soweit – wie jedes Jahr findet auch diese Oktober wieder die größte Personalmesse Europas in Köln statt – die Zukunft Personal 2014. Und jedes Mal frage ich mich, was kann man auf einer Personalmesse kaufen? Personal? Nein, zum Glück nicht, denn sonst wären wir wieder in den Sklavenmärkten der Vergangenheit, als man sich Mitarbeiter einfach so kaufen konnte 😉

Heute und in Zukunft muss man sie umwerben, die Talente!

Doch das Thema ist heutzutage wesentlich komplexer und zum Glück hat jeder die Entscheidungsfreiheit, zu welchem Arbeitgeber er gehen will. Und da sind wir schon zentralen Themen, die die Personaler z.Zt. massiv beschäftigt. Themen wie die demografische Entwicklung, eine scheinbar veränderte Generation (Y) und neue Arbeitsmöglichkeiten (siehe auch die neue Entscheidung von Microsoft, dass Mitarbeiter keine Anwesenheitspflicht mehr haben) führten in den letzten Jahren dazu, dass die Personalarbeit in diesem Bereich wesentlich komplexer wurde, als sie es noch vor einigen Jahren war. Zum einen wird eine hohe Flexibilität in der Anwendung der erforderlichen Maßnahmen gefordert, neue Tools, von Social Media bis zur automatisierten Bewerberauswahl oder Videos zum Arbeitgebermarketing überschwemmen den Markt, zum anderen wurden viele Gesetze, Richtlinien oder Verordnungen noch nicht an diese Veränderungen angepasst. Continue reading